Der Verein für
Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Ein Verein und seine Geschichte...

Begründer der Rasse: Rittmeister Max von Stephanitz
Quelle: © 2005 Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. - http://www.schaeferhunde.de
Über 100 Jahre für und mit dem Deutschen Schäferhund

Als sich vor einhundert Jahren einige Enthusiasten und Liebhaber deutscher Hütehunde zusammenfanden (den Deutschen Schäferhund als solchen gab es ja noch nicht), um den Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. zu gründen, hätten sich bestimmt nur wenige träumen lassen, dass dies der Beginn des weltweiten Siegeszuges einer Hunderasse war.
Was sind nun die Gründe, die den Deutschen Schäferhund weltweit so beliebt und so begehrt machen? Vielleicht liegt die Antwort in seiner Vielseitigkeit. Sicherlich gibt es in verschiedenen Punkten Hunderassen, die durch ihre Spezialisierung auf einen bestimmten Verwendungszweck den Deutschen Schäferhund schlagen können.
Aber wie viele Hunderassen gibt es, die sich insgesamt als Herdengebrauchshund im Hüteeinsatz, als Diensthund bei Polizei und Bundeswehr, als Drogen- und Sprengstoffsuchhund bei Zoll und Bundesgrenzschutz, als Rettungs- und Lawinensuchhund bei der Bergwacht und anderen Hilfsorganisationen bewährt haben? Darüber hinaus ist der Deutsche Schäferhund aber auch das geblieben, was heute noch Millionen privater Hundehalter so sehr an ihm schätzen. Ein treuer und zuverlässiger Begleiter des Menschen, der sein Revier und sein "Rudel", die Familie, bewacht und verteidigt.
Die Geschichte und Entwicklung des Deutschen Schäferhundes ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Rittmeister Max Emil Friedrich von Stephanitz. Seinem kynologischen Sachverstand und seiner bewundernswerten Weitsicht ist es zu verdanken, dass der Deutsche Schäferhund heute noch nach einem Rassestandard gezüchtet werden kann, der, von wenigen redaktionellen Änderungen abgesehen, der damaligen Vorlage entspricht.
Max von Stephanitz hat das Zuchtziel des Vereins sehr kurz und prägnant formuliert: "Schäferhundezucht ist Gebrauchshundezucht". Dieser Prämisse folgend widmen sich seit über 100 Jahren viele Generationen verantwortungsvoller Züchter der Auswahl der richtigen Zuchtpaarungen, immer das Ziel vor Augen, gesunde und gebrauchstüchtige Hunde hervorzubringen.
Es ist die Aufgabe des Vereins und seiner Amtsträger, die Mitglieder in diesen Bestrebungen zu unterstützen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden und auch aus der Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Tieren heraus, überwacht der Verein die züchterischen Aktivitäten nach den Gesichtspunkten der Zuchtordnung und des Tierschutzgesetzes und unterstützt daneben wissenschaftliche Projekte zur Erforschung der Ursachen von Erbkrankheiten, um die so gewonnenen Erkenntnisse in die Zucht einfließen zu lassen.

Eine Idee findet ihre Organisation

Die Sicherheit, Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit, die er bei der Arbeit von Hirten und Hunden an der Herde beobachtete, wurde für Vereinsgründer Max von Stephanitz zum Antrieb für die Zucht des Deutschen Schäferhundes als Gebrauchshund.
Am 22. April 1899 wurde am Rande einer Hundeausstellung im badischen Karlsruhe der Verein für Deutsche Schäferhunde, heute der größte Rassehundzuchtverein der Welt, gegründet. Max von Stephanitz wurde erster Vereinspräsident, sein 61 Zentimeter großer Rüde „Horand von Grafrath“ (er hatte beim Kauf den damals beachtlichen Preis von 200 Mark gekostet) behielt die Nummer eins des Zuchtbuches, in das bis heute über 2 Mio. Deutsche Schäferhunde eingetragen wurden.
Aus unterschiedlichen süd- und mitteldeutschen Hütehunden erfolgte systematisch und planvoll die Zuchtselektion nach dem Leitbild „Schäferhundzucht ist Gebrauchshundezucht“. Größter Wert wurde vom Beginn an auf die Auswahl der Zuchthündinnen gelegt. Züchter wurden angehalten, nicht nur einzelne Tiere, sondern ganze Würfe dem Zuchtbuchamt zu melden; damit wurde damals eine qualitativ neue Seite im Buch der Kynologie aufgeschlagen. In den ersten Jahren der Reinzucht (das Kreuzen mit anderen Rassen kam für den Kynologen Max von Stephanitz nicht in Betracht) bildeten sich durch gezielte Inzucht gefestigte Blutlinien. Dabei beachtete der fachlich und biologisch versierte Vereinsgründer die Mendelschen Vererbungslehren, um auch eventuelle Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.
Seine Lernfähigkeit, Kraft und Ausdauer machten den Deutschen Schäferhund sehr schnell zum Allrounder und vielseitig einzusetzenden Gebrauchshund. Im Ersten Weltkrieg wurde die genetische Vielfalt deutlich dezimiert: Etwa 7.000 Deutsche Schäferhunde wurden im Ersten Weltkrieg als Telefonkabelverleger, Melde- oder auch Sanitätshund getötet.

Die Rasse im Spiegel der Zeit

Anfang der zwanziger Jahre stieg die Zahl der Schäferhundbesitzer deutlich an, im Verein zählte man schon damals ca. 57.000 eingeschriebene Mitglieder. Die wirtschaftlichen Probleme, verbunden mit der hohen Arbeitslosigkeit, bedeuteten dann in der Weltwirtschaftskrise der Weimarer Republik für den Verein für Deutsche Schäferhunde einen starken Mitgliederverlust.
In der Zeit des Dritten Reiches wurde auch der SV zwangsweise in den sogenannten Reichsverband eingegliedert. Sehr viele individuelle Zuchtstrategien wurden Opfer dieses Systems. Die Rasse wurde zu Propagandazwecken missbraucht. Viele tausend Hunde wurden in dem grausamen Zweiten Weltkrieg als Melde-, Gasspür- und Munitionsträgerhunde eingesetzt oder auch als lebende Bomben geopfert. Die gesamte Population war bedroht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte zunächst die materielle Not das Leben der Menschen in unserem Land, dennoch war die Liebe zum Deutschen Schäferhund ungebrochen. Im Jahr 1949 gab es bereits wieder 40.000 Vereinsmitglieder.
Entsprechend der deutschen Teilung kam es auch beim Verein für Deutsche Schäferhunde zu einer Trennung. In der DDR wurde eine sogenannte Sektion für Dienst- und Gebrauchshunde geschaffen. Die Konsequenz: Die Ahnentafeln im Zuchtbuchamt des Vereins konnten nicht mehr chronologisch weiter geschrieben werden, und Deckakte zwischen Zuchttieren aus Ost und West fanden nicht mehr statt.
In der Bundesrepublik entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten eine große Schäferhund-Fangemeinde. Nicht nur „Kommissar Rex“ war und ist eine TV-Kultfigur mit riesigem Werbeeffekt für die Rasse.
Heute ist der Verein für Deutsche Schäferhunde wiedervereinigt und zählt fast 80.000 Mitglieder. In den annähernd 2.200 SV-Ortsgruppen flächendeckend in ganz Deutschland bietet er vielfältige Betätigungsmöglichkeiten mit dem Hund an. Die Faszination dieser Rasse ist allerdings auch grenzübergreifend. In der Weltunion der Schäferhundvereine (WUSV) engagieren sich auf jedem Kontinent weltweit über 300.000 Mitglieder für die Rasse. Das internationale Zusammenwirken fördert einen einheitlichen Rassestandard.
Quelle: © 2005 Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. - http://www.schaeferhunde.de